Den Traum leben …

Vorweg gesagt, ich bin ein bekennender Norwegen-Freak. 😀    Ich kann es nicht begründen, es ist ein Gefühl, ein starkes Gefühl. Es ist das Gefühl nach Hause zu kommen und das habe ich immer, wenn ich norwegischen Boden betrete.

Norwegen, das ist Landschaft, von ganz wild bis ganz ruhig, von ganz warm bis ziemlich kalt, alles gleichzeitig. Norwegen, das sind Fjorde, Berge, Flüsse, Seen, Wasserfälle und Gletscher. Hier gibt es den größten Gletscher des europäischen Festlands und das sogar schon ab 340 m über dem Meeresspiegel … !

„Mein“ Norwegen liegt aber ganz im Norden des Landes. Es ist die Finnmark, diese Tundra, diese unberechenbare und schroffe Unwirtlichkeit, die einen Teil der kaum zu erklärenden Polarsucht ausmacht, der jeder Nordland-Reisende früher oder später hoffnungslos verfällt.

Jetzt habe ich endlich mal den Winter in diesem Gebiet erlebt, also den richtigen Winter … ^^

Ich hatte früher mal im August, auf einem Campingplatz in einem Tal bei Tromsø, gerade mal +4°, aber bei dieser Tour gab es Temperaturen von unter – 20°. Es war eine trockene Kälte, die man gut aushalten konnte.

Genug geschwärmt.   😀

Lange geplant, beinahe abgesagt, um dann diese Reise mit einem „jetzt erst recht“ Gefühl doch noch durchzuführen, wenn auch abgeändert. Eine wesentliche Änderung war die Begleitung durch meinen Sohn. Ohne ihn hätte ich die Reise so nicht durchführen können …

Am 22. Februar war es dann so weit. Der Flieger sollte um 11:55 Uhr nach Oslo starten. Dieses Mal hatte ich mir einen frühen Zug für die Fahrt nach Frankfurt ausgesucht. Bei meinen letzten Reisen kam ich wegen Zugverspätungen immer auf den letzten Drücker an und das wollte ich vermeiden.

Flug SK 4756 nach Oslo

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natürlich hatte ich einen Fensterplatz … 😀

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Anflug auf Oslo. Hier ist schon etwas Winter

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Von Oslo ging es weiter über Tromsø nach Alta. Die letzte Teilstrecke sollte nur 25 Minuten dauern und deshalb stieg der Flieger auch nicht so hoch. Leider war es inzwischen schon dunkel, so dass man von diesem „Tiefflug“ nicht sehr viel zu sehen bekam. Der Anflug auf Alta aus einem Direktanflug über dem Fjord war aber dann doch spannend. Es war fast Vollmond und dementsprechend hell genug, um das gut zu beobachten.

Gegen 22:30 Uhr waren wir dort. Ich habe dann den Mietwagen übernommen, einen roten Skoda Automatik mit Glasdach und vielem zusätzlichen Schnickschnack. Bestellt und bezahlt habe ich nur das „Grundmodell“. Dann ging es endlich ins Hotel.

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Am Dienstag freute ich mich zuerst aufs Frühstück. Zu Hause käme ich nie auf die Idee, den Tag mit Lachs, Brunost, Rührei, Salami, Saft und süßen Kaffee zu beginnen, aber hier musste das sein!  😀

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Beim Frühstück wurde der Tag geplant. Der Hauptgrund der Reise war ja, das Polarlicht zu beobachten und zu fotografieren. Somit galt unser Augenmerk dem Wetter und der Wetterentwicklung. Internet sei Dank waren wir immer gut informiert und so konnten wir unsere Tages- und Nachttouren planen. Für die nächsten 24 Stunden war bedeckter Himmel mit leichtem Schneefall angesagt. Somit trat Plan B in Kraft, d.h. Erkundung der Stadt und der Umgebung. Natürlich war ich etwas enttäuscht, obwohl ich mir auch für diese Reise vorgenommen hatte, nicht enttäuscht zu sein, sollte es wieder nicht klappen ….  Aber hey — ich war hier und die Woche hat gerade erst angefangen.

die Nordlyskatedralen – eine Kirche ganz aus Beton und außen mit Titanplatten verkleidet

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Eine goldene Jakobsleiter hängt im 7,5 Meter hohen Innenturm

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das sind Entfernungen ….

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hier arbeiten junge Künstler mit Eisblöcken

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deutlich zu sehen – die unterschiedlichen Schneeschichten

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am Hafen

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Jetzt wollte ich unbedingt „meinen“ alten Campingplatz besuchen. Immerhin waren seit meinem letzten Besuch über 30 Jahre vergangen. Damals war ich total übermüdet hier angekommen und hatte mir eine Hütte gemietet, weil es so richtig nass-kalt war.

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Nein, da wurden keine Erinnerungen wach. Das sah alles verdammt anders aus. Klar, denn auch die Bäume auf diesem Platz waren über 30 Jahre gewachsen …. ^^

Dann fuhren wir spontan weiter über die E6 nach Norden. Wir wollten auf die Hochebene, um zu sehen, ob das Wetter auf der Höhe nicht doch besser als vorhergesagt war. Gleichzeitig suchten wir geeignete Aufbauplätze zum Fotografieren. Wir fuhren ca. 60 km und an vielen Stellen war die Straße eine richtige Eispiste. Aber wir hatten ja sehr gute Spike-Reifen mit so richtig vielen „Nägeln“, und so konnten wir relativ entspannt fahren. Wir fanden auch einige gute Plätze und warteten dann auf die Dämmerung. Die kam auch und sie brachte viele Wolken und Schneefall mit.

Ich hatte übrigens die gesamte Fahrerei meinem Sohn überlassen. Er hatte seinen Spaß damit und ich konnte mich auf die Landschaft konzentrieren.

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Auf der Rückfahrt nach Alta wurde es dann schnell dunkel …

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Der folgende Tag brachte wettermäßig keine Änderung und deshalb machten wir eine Tagestour nach Hammerfest. Knapp 300 km auf vereister Straße. Das ließ keine Langeweile aufkommen. Okay, mir ist Langeweile meist fremd. Ich hatte nur etwas Sorge, dass sie sich bei meinem Sohn einschleicht, aber er versicherte mir, dass ihm unsere Unternehmungen Spaß machten. Er war noch nie so weit im Norden und fand es spannend.

unterwegs gab es natürlich unendlich viele Fotomotive …

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fast die Hälfte der Strecke führte über die E6

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dann kamen wir in der Kommune Hammerfest an

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 Die Meridiansäule. Sie wurde anlässlich der ersten Internationalen Messung der Erde errichtet.

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Auch am 25. Februar blieb das Wetter unverändert. Also wieder Plan B. Heute soll es nach Süden gehen, nach Kautokeino, einer geschichtsträchtigen Stadt der Samen. Und es wurde eine ähnlich lange Tour wie die nach Hammerfest. Allerdings änderte sich zeitweise das Wetter und die Sonne kam durch. Das machte mich echt nervös, also freudig nervös … ^^

Da wir immer die gesamte Ausrüstung dabei hatten, hätten wir auch spontan bis in die Nacht bleiben können…. , aber dann zog es wieder zu.😦

die Straße 93 führt durch eine aufregende Landschaft

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Motorschlitten mit Anhänger… damit kommt man fast überall hin

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die Uni von Kautokeino. Hier konnte man gut und günstig essen.🙂

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Wir waren relativ früh zurück in Alta zurück und deshalb war dann der Besuch in unserer Lieblings-Pizzeria angesagt. Später im Hotel ging es an den Laptop, um die neueste Wetterlage zu erkunden. Und siehe da, so etwa 30 bis 40 km Luftlinie (!) im Westen waren keine Wolken zu sehen und das sollte sogar so bleiben. Auch die Aurora-Forecast sah nicht schlecht aus, nicht gerade überwältigend, aber eben nicht schlecht. 30 km Luftlinie bedeuteten hier aber ca. 100 km Straße. Die E6, es gibt nur diese Straße, führt eben an jedem Fjord und jeder Bucht vorbei.

Wir beschlossen, diese Tour zu machen, auch wenn es zusätzliche 200 km Eispiste bei Nacht bedeutete. Man muss jede Chance nutzen! Wir fuhren also los und nach einer gefühlten unendlich langen Zeit zeigten sich tatsächlich erste Sterne am Himmel. J   Wir fuhren noch bis zu einem Ort namens Burfjord und dann noch über eine sehr schmale Straße am Fjord längs, bis wir kaum noch störendes künstliches Licht hatten. Wir fanden einen schönen Platz direkt am Wasser, von mittelhohen Bergen eingerahmt. Und schon ging es los. Mir fiel die Grünfärbung des Himmels auf, das mir schon als eine Art Ouvertüre für ein beginnendes Polarlicht-Schauspiel bekannt war. Wir bauten schnell auf und es ging dann auch schon los.

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Gut, es war nicht wirklich spektakulär, aber ich war zufrieden. Ich wäre sogar insgesamt für diese Reise zufrieden gewesen… Mein Sohn war ziemlich aufgeregt. Für ihn war es das erste Polarlicht. Irgendwann fuhren wir dann zurück nach Alta und waren so gegen 3 Uhr im Hotel.

Am Morgen machten wir den üblichen Wettercheck und siehe da, die Wetterlage stellte sich komplett um. Das klang natürlich spannend, denn auch die Aurora-Forecast versprach in den kommenden 3 Tagen sehr viel …. zuerst gingen wir aber ins Alta-Museum, einem archäologischen Freilichtmuseum mit Felszeichnungen, die wir leider nicht sehen konnten, weil überall Schnee lag. Aber auch im Haus selbst war es interessant genug und es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Mittags war mal Ruhe angesagt. Ja, ich gebe zu, ich spürte den Schlafentzug …  ;-)   Gegen Spätnachmittag machten wir uns dann auf, um uns einen Aufbauplatz zu suchen. Wir wollten nicht so sehr weit fahren, aber trotzdem etwas abseits vom üblichen Autoverkehr sein. Wir fuhren die E6 nach Norden, bogen dann links auf die Straße 883 ab und fuhren bis etwas hinter die Ortschaft Storekorsnes. Hier hatten wir freien Blick nach Norden. In einer Haltebucht an der Straße bauten wir auf. Und es ging auch ziemlich schnell los. Und es wurde ziemlich „heftig“, einfach ein tolles Schauspiel!

Das Polarlicht ist oft sehr dynamisch. Das bedeutet, dass es bei längeren Belichtungszeiten etwas diffus oder verwischt wird. Manchmal „steht“ es aber auch für mehrere Sekunden. Man muss halt mit den Einstellungen an der Kamera spielen. Die hier gezeigten Aufnahmen sind sowohl von mir, als auch von meinem Sohn. Er hat sehr oft die Einstellungen verändert, während ich mehr in den Himmel gestarrt und die Cam per Fernbedienung ausgelöst habe. :-D     man muss wissen, wählt man eine lange Belichtungszeit, also so über 15 Sekunden, dann werden Sterne langsam zu Strichen, wählt man eine zu kurze, dann bekommt man vielleicht die Aurora relativ scharf aufs Bild, aber der Sternenhimmel magert ab. Man muss das richtige Mittel zwischen ISO, Blende und Belichtungszeit suchen. Wichtig ist, dass man, wenn es irgendwie nur geht, etwas Landschaft mit aufs Bild bringt. Das verstärkt die Wirkung des Bildes. Ich kenne die Profi-Aufnahmen aus dem Internet und ich kenne einige Fotografen mit ihren perfekten Aurora-Bildern, aber ich habe weder eine entsprechend gute Ausrüstung, noch diesen Drang zur Perfektion. Ich habe auch nicht die Ausrüstung, um z.B. den Vordergrund auszuleuchten und trotzdem auch einen spektakulären Nachthimmel auf der Aufnahme zu haben. Ich habe es live erlebt und diese Bilder werden immer im Herzen bleiben.

einige der Aufnahmen wurden kurz hintereinander gemacht. So kann man etwas die Dynamik in der Lichterscheinung erkennen

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Wir waren so gegen halb 2 zurück im Hotel und wir waren richtig „geflasht“. Das war mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte…. ich war ja sowas von zufrieden. Und jetzt fehlte nur noch eine Sache, die Fahrt zum Nordkap. Die war jetzt zwingend für diesen Samstag geplant. Immerhin waren es 240 km bis dorthin, aber für mich war es unheimlich wichtig. Ich musste dort noch eine „Sache“ aufarbeiten, die inzwischen über 30 Jahre zurück lag. Außerdem träumte ich vom Polarlicht in der schon tollen Kulisse auf dem Kap. Das Wetter war perfekt und wir fuhren bald nach dem Frühstück los. Die Welt hatte sich auf meine Seite geschlagen und ich war entsprechend super gut gelaunt. Entfernungen zählen in Norwegen nicht. Hier ist der Weg immer ein Ziel. In Norwegen ist man immer unterwegs. Außerdem führte uns diese Fahrt geradewegs durch die Heimat meiner Seele …………….

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hier auf der Hochebene zeigte das Thermometer dann auch mal -23°C an

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Irgendwann erreichten wir den Porsangerfjord und in Orsangerfjord bogen wir ab auf die E 69 Richtung Nordkap. Natürlich hatten wir viele Foto-Stopps auf der Strecke.

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Auf dieser Strecke gibt es 4 Tunnels, zwei kleinere und zwei sehr lange. In den ersten langen Tunnel sind wir einfach mal so reingerauscht …… und nach ca. 5 Sekunden sahen wir nichts mehr. Die Frontscheibe war schlagartig vereist. Tja, draußen stand ein Schild mit einer Nebelwarnung. Wenn man jetzt eins und eins zusammenzählt, kommt man zum Ergebnis: hättest mal besser mitgedacht. Zur Erklärung: Das Auto war bei ständigen ca. – 10°C ziemlich unterkühlt. Im Tunnel war Die Temperatur über 0° und es herrschte Nebel. Alles klar?  :-D   wir machten eine echte Notbremsung und warteten dann, bis die Scheibe aufgetaut war. Zum Glück waren wir alleine unterwegs…

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der Wind blies den Schnee quer über die Straße

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der Nordkaptunnel… an solchen Tunnels gibt es an den Einfahrten Tore, die jeweils automatisch öffnen und schließen. Es sind Maßnahmen gegen Frostschäden in den Röhren … aber es ist auch ein mulmisches Gefühl.

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Vor 30 Jahren gab es zwischen dem Festland und der Insel Magerøya noch eine Fähre. Ich liebte diese Fähren in Norwegen. Es waren immer kleine Kreuzfahrten durch eine wahnsinns Landschaft. Jetzt gibt es einen mautfreien, ca. 7 km langen modernen Tunnel, der 200 m unter dem Meer durchführt. Man muss es mögen, irgendwie…

Nachdem wir wieder „aufgetaucht“ waren, wollte ich zuerst nach Honningsvåg. Hier wollte ich die Biker-Kneipe besuchen, die ich noch in Erinnerung hatte, als ich damals, von der Fähre kommend, die Straße hoch in die Stadt gefahren bin … leider habe ich sie nicht mehr gefunden. Jetzt, im tiefsten Winter, war der Ort ziemlich verschlafen, aber trotz Winterstarre machte er einen gemütlichen Eindruck. Ich denke, es ist diese Hafen-Atmosphäre …zudem lag ein Schiff der Hurtigruten, die MS Nordkapp, im Hafen und sorgte für etwas Leben.

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die Skulptur „Boreas“. In der griechischen Mythologie ist Boreas der Gott des winterlichen Nordwindes

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Wir entschlossen uns zum Nordkap zu fahren, um dort den Rest des Tages zu verbringen und dann abends / nachts unsere Polarlicht-Fotos zu schießen. Es waren noch etwas über 30 km zu fahren, aber nach 10 km war Schluss. Die Straße zum Nordkap war gesperrt, und zwar vom Oktober bis Ende März, aus Sicherheitsgründen …   ich war entsetzt! Aber es gab täglich die Möglichkeit, in einer Kolonne, mit einem Schneepflug vorne weg und einem „Lumpensammler“ als Schlusslicht, zum Nordkap zu kommen und zwar von 11 Uhr bis 13 Uhr… 2 Stunden………… nur 2 Stunden! Es war jetzt früher Nachmittag. Nix war mit Polarlicht am Kap… kurze Beratung, dann die Entscheidung: wir mieten uns in Honningsvåg ein und machen Polarlicht und Kap getrennt.Wir sind aber noch ein Stück weitergefahren bis zu einer Ortschaft namens Skarsvåg. Dort gab es einen kleinen Hafen mit kleinen Schiffen und sehr vielen Möwen …

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Dann sind wir zurück und wollten uns ein Hotel suchen. In Honningsvåg angekommen wollten wir aber zuerst etwas essen. Wir fanden das „Kafe Retro“. Dort bediente uns eine ältere Dame mit eindeutig osteuropäischem Akzent in ihrem Englisch. ^^  Sie machte uns einen guten Kaffee und es gab ein leckeres Stück Kuchen dazu. Außerdem wollte sie uns zu einem Abendessen überreden, mit frischen Königskrabben, diesen unheimlich großen Krabbeltieren, die ja gerade das Nordmeer überschwemmen. Ich gestehe, mir fehlte irgendwie der Mut.     Sie empfahl uns auch ein Hotel. Das war einfach, es gab nur eins das geöffnet hatte … :-D    Es war wirklich gut, das Park Inn, und der gut gelaunte Concierge am Empfang gab uns den Tipp, beim nächsten Besuch doch im September zu kommen. Dann wäre das Nordkap noch 24 h geöffnet und tagsüber wäre die Insel noch bunt, und außerdem wäre es schon dunkel genug, um das Polarlicht zu fotografieren… er hatte einfach ein Herz für Fotografen.

Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns dann auf den Weg. Ich hatte selten einen so flimmerfreien und klaren Sternenhimmel gesehen ………………………..und die Aurora-Forecast versprach eine märchenhafte Nacht. Oben auf der Höhe bauten wir dann auf und als ob wir beobachtet würden, es ging sofort los. Es wurde ein regelrechtes Feuerwerk und es wollte nicht enden. Es war genau das, was ich mir so gewünscht hatte. Es war das Ziel meiner Träume.

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das rötliche Licht ist der Schein der Stadt Honningsvåg

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der große Wagen mit Polarstern … 🙂

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Es wehte ein strammer Wind und der ließ die gefühlten Temperaturen in den Keller stürzen. Ich erreichte dann für mich einen Punkt, an dem ich nicht mehr konnte, weil ich Schüttelfrost bekam. Leider bin ich durch meine Erkrankung nicht mehr ganz so widerstandsfähig. Deshalb setzte ich mich ins Auto während mein Sohn noch viele Bilder machte. Während die Heizung lief und meine Füße und Finger wieder auftauten, genoss ich das Schauspiel vom Auto aus und bewahre seit dem diese Bilder in meinem Herzen.

Am nächsten Tag waren wir dann pünktlich vor 11 Uhr an der Sperre zum Nordkap. Es hatten sich viele Leute eingefunden. Das Wetter war super und ich fragte mich, ob der Schneepflug tatsächlich vor uns her fahren würde… :-D        Zum Kap waren es noch 13 km und der Schneepflug fuhr tatsächlich vorne mit. Am Kap angekommen machten alle die üblichen Bilder, wir natürlich auch

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und zwei ganz besondere Bilder mussten auch sein!

so sehen Sieger aus …😀

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dieses international bekannte Zeichen galt meinem Tumor … so leicht bin ich nicht zu haben!

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Nach einer knappen halben Stunde sah man eine Wetterfront kommen und sie sah nicht wirklich gut aus …

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Der Sturm war da und es ging ordentlich zur Sache. Es gibt diese Nordkaphalle mit Restaurant, Souvenirladen und einer geschichtlichen Ausstellung. Langeweile kommt also nicht auf. Nach zwei Stunden wurde zur Rückfahrt aufgerufen. Die Rückfahrt war abenteuerlich. Manchmal sah man nicht mal mehr seinen Vordermann und spätestens jetzt hat man das Einsehen, dass der Schneepflug so richtig Sinn machte. Die Straße wäre an diesem Tag nicht mehr zu erkennen gewesen.

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Vor uns lagen jetzt 240 km Rückfahrt nach Alta, denn am nächsten Tag war schon der Rückflug angesagt.

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Nach der Ankunft in Alta waren wir zuerst wieder in unserer Pizzeria. :-D    Dann ging es ans Kofferpacken. Wir hatten uns ganz bewusst für einen Flug am späten Vormittag entschieden. Das nahm einen gewissen Zeitdruck weg und wir wollten an diesem Tag sowieso nur bis Oslo fliegen und dort übernachten.

unser Flieger kurz vor dem Abflug von Alta nach Oslo …

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Mein ursprünglicher Plan war ja, in Fredrikstad, südlich von Oslo, eine seit Anfang der 80er Jahre befreundete Familie zu besuchen. Leider passte das nicht mehr zu meinen inzwischen lebenswichtigen Terminen in der Chemo-Therapie. Deshalb haben wir meinen Freund an diesem Abend in Oslo getroffen und bei einem Abendessen einen Besuch im Sommer vereinbart. Da mir das aber zu privat wird, endet mein Bericht über diese Reise.

Anflug auf Frankfurt

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Es war die intensivste Reise in meinem Leben und es war ganz sicher eine Therapie für mich. Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, auch wenn ich um meine absehbare Zukunft weiß….

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Jetzt erst recht!

In meinem letzten kurzen Artikel habe ich erwähnt, dass ich vielleicht nichts mehr schreiben würde. Der Hintergrund ist schnell erzählt. Die erwähnte Diagnose war Lungenkrebs und zwar einer der richtig bösartigen Sorte, nicht operabel und unheilbar. Ein Tumor, der sehr schnell wächst und viele Metastasen bildet. Zum Zeitpunkt der Diagnose waren schon die Leber und ein Lymphknoten betroffen. Die Lebenserwartung ohne Behandlung war da noch max 100 Tage ….
„Mein“ Tumor hat gegenüber allen anderen Arten von Lungenkrebs einen Vorteil, er ist der einzige, der auf eine Chemotherapie anspricht …
Die erste von geplanten vier Therapien hatte ich Anfang Januar. Es ist wohl ein ziemlich starkes Gift das man mir da verabreichte, aber ich habe es bis jetzt gut vertragen. Natürlich zeigt mein Körper Reaktionen, aber damit kann ich bis jetzt umgehen.
Warum erzähle ich das hier so ausführlich? Nun ja, nach einer anfänglichen Schockstarre habe ich diese Krankheit akzeptiert und den Kampf aufgenommen. Mir ist klar, dass mich dieser Krebs irgendwann „besiegen“ wird, aber genau an diesem „irgendwann“ arbeite ich erfolgreich. Nach zwei Chemos war der Tumor schon mehr als 50% geschrumpft, die Metastasen im Lymphknoten waren deutlich kleiner und in der Leber waren die drei Knoten beim Kontroll-CT nicht mehr zu erkennen…
Für mich bedeutet das einen Zeitgewinn. Ich plane wieder! Und genau aus diesem Grund habe ich meine erste Reise in 2016 nach Nord-Norwegen, wie schon im vergangenen November geplant, auch durchgeführt. Ich fühlte mich stark genug dazu und letztlich war es auch eine Art Therapie für mich.
Über diese Reise werde ich zeitnah berichten. Zur Zeit werte ich noch die unendlich vielen Bilder aus…

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Berlin

Ich war in Berlin, vom 7. bis 11. Dezember und eigentlich wäre es perfekt gewesen, wenn da nicht eine Krankheit durchgebrochen wäre, die ich bis dahin nicht bemerkt hatte.

Mir ging es jeden Tag schlechter und ich war froh, als ich am Freitag dann wieder fahren konnte.

Montags darauf bin ich zum Arzt. Nach einigen intensiven Untersuchungen kam dann die schreckliche Diagnose, die mein Leben ab sofort radikal verändern wird.

Deshalb werde ich hier wohl lange nichts mehr schreiben – wenn überhaupt noch einmal.

Trotzdem wünsche ich allen Lesern besinnliche Feiertage und alles Gute in 2016.

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Erste Reise in 2016

Noch habe ich eine knappe Woche Berlin vor mir und ich freue mich so richtig darauf. Aber nachdem meine Finnlandreise im Oktober hinsichtlich Polarlicht erfolglos war, musste ich eine neue Reise planen. Was heißt planen? Ich habe bereits fest gebucht.😀

Es wird wohl ziemlich „hardcore“ …  es geht am 22.Februar nach Alta in Nord-Norwegen, in die Finnmark, der Heimat meiner Seele…..

Von dort plane ich Touren nach Hammerfest und zum Nordkap.🙂

Auf dem Rückweg, in der ersten Märzwoche, werde ich Freunde in Frederikstad besuchen – endlich, nach 10 Jahren……

Am Nordkap war ich 1983 das letzte Mal. Leute, wie die Zeit vergeht…

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Luosto, Finnland – jenseits vom Polarkreis

Oi maamme, Suomi, synnyinmaa!
Soi sana kultainen!
Ei laaksoa, ei kukkulaa,
ei vettä rantaa rakkaampaa
kuin kotimaa tää pohjoinen.
Maa kallis isien.

Nachdem ich ja im März 2015 meine erste Polarlicht-Reise nach Tromsö gemacht und dabei als Fotograf leider nur sehr mäßigen Erfolg hatte, musste ich nun diese Reise durchführen.

Ich hatte die Aurora Borealis ja live erlebt und war so gebannt von dieser Erscheinung, dass ich die Kamera nur so nebenbei bediente. Leider waren die Einstellungen an der Cam so falsch und ich hatte zudem auch noch einen sehr schlechten Platz ausgesucht, dass die meisten Bilder nicht wirklich vorzeigbar waren. Aus diesen Gründen war die jetzige Reise ein „Muss“.

Meine Überlegungen waren, mir dieses Mal ein Ziel im Landesinneren zu suchen, weil da die Chancen auf kaltes und somit trockenes Wetter deutlich größer waren. Da bot sich Finnland geradezu an. Außerdem war ich noch nie in diesem Land.

Ein Zielflugplatz war schnell gefunden – Rovaniemi und von dort sollte es dann mit einem Auto noch weiter in den Norden gehen.

Ich hab ein gutes und bezahlbares Hotel in Luosto gefunden. Also, alles gebucht und dann musste ich nur noch knapp 7 Monate auf die Reise warten …

Luosto liegt im Pyhä-Luosto-Nationalpark, schräg unterhalb vom Pyhätunturi

In der Zwischenzeit hab ich mich fototechnisch auf das zu erwartende Ereignis vorbereitet. Ich war so einige Male nachts unterwegs und habe Sterne fotografiert, also ich habs versucht. Meistens waren die Ergebnisse eher ernüchternd. Man muss einfach ständig probieren und immer wieder neue Kombinationen zwischen ISO, Blende und Belichtungszeit finden. Außerdem kann man das Polarlicht nicht mit Sternen vergleichen….

Montag, 19.Oktober 2015

Der große Tag ist gekommen. Natürlich hatte ich in der Nacht kaum geschlafen, wie immer, und so stand ich schon früh auf. Es war eine Mail auf dem Handy, von FinnAir, ob ich denn wirklich an diesem Flug festhalten wolle, weil die Maschine völlig überbucht wäre… klar hielt ich daran fest! Immerhin hatte ich schon vor Monaten gebucht.

Ich hatte mir auch frühzeitig einen preisgünstigen Zug zum Flughafen gebucht. Leider war es wieder ein ICE. Diese Züge fahren NIE pünktlich und ich hatte mir zusätzlich eine relativ kurze Zeit zwischen Ankunft Flughafen und Bording eingehandelt… und natürlich war der ICE verspätet !!!

Ich hatte noch 50 Minuten. Da ich online eingecheckt hatte, erhoffte ich mir einen kleinen Zeitvorteil. Hätte ich auch gehabt, wären da nicht diese fast excessive Sicherheitskontrolle gewesen…

Frankfurt hatte bei Tests schlecht abgeschnitten und versuchte jetzt quasi Boden gutzumachen. Selten war die Menschenschlange so groß …

Dann gings zum Gate. Das Bording war in vollem Gange und an der Kontrolle sagte die Dame, dass FinnAir ihren ersten „incredible” A350 von einem Testflug nach Frankfurt beordert hätte, um alle Passagiere nach Helsinki zu bringen. Ich hatte sogar meinen Fensterplatz behalten…. incredible. ^^

Welche Airline wäre noch so flexibel gewesen?

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Die Maschine war voll besetzt, 297 Passagiere. Der ultimative Test also….

Dieser Flieger ist wirklich toll.

Der Käptn sprach ein paar Mal von den incredible Flugeigenschaften … man hörte seine Begeisterung raus. Und um den ersten Linienflug zu feiern, gab es nen Blueberry Cake und ein Getränk (ohne Alk) frei für jeden Fluggast. Wirklich incredible …

ein paar Bilder vom Flug dürfen hier natürlich nicht fehlen …🙂

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In Helsinki angekommen hatte ich noch richtig Zeit, um mir etwas zu Essen zu kaufen.

Natürlich hatte ich sofort bemerkt, dass hier die Uhren anders tickten – natürlich —–nicht…😦

Die Finnen sind uns eine Stunde voraus und deshalb musste mich jetzt echt beeilen, um noch rechtzeitig ans Gate zu kommen.

Wenn man spät dran ist, hat das den Vorteil, es gibt keine Warterei und auch in der Maschine wird man freundlich lächelnd begrüßt… wir sind aber pünktlich gestartet.🙂

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Nach derLandung in Rovaniemi hab ich mir dann meinen Mietwagen geholt, einen Ford Kombi…

Immerhin hat er meine Lieblingsfarbe… ^^

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Mit den ganz modernen Autos hab ich es nicht so. Ich fahre einen 16 Jahre alten Zafira.

Dieses Auto wollte ständig mit mir “reden” … gut, ich hatte keine Einweisung, hab mich reingesetzt und bin los. Ich musste ja noch 116 km fahren und es war inzwischen dunkel und es regnete…

Finnland ist wirklich dünn besiedelt. Ich hatte den Eindruck, dass ich “stundenlang” über dunkle nasse Straßen gefahren bin, wobei mir nur selten jemand begegnete.

Straßen, also Plural, ist übertrieben. Mein Navi sagte mir, dass ich in 93 km abbiegen müsste….

von der Europastraße 75 auf eine Nebenstraße und irgendwann dann auf den Parkplatz vom Hotel. Dieses Luosto ist nicht wirklich als “Stadt” oder Ortschaft zu erkennen….

Das Hotel ist toll. Gutes Zimmer, großer Pool und ne Sauna und das in “meiner” Woche gratis.

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Ich bin aber trotzdem ganz schnell ins Bett, also nachdem ich in der Bar etwas gegessen und getrunken hatte ^^ soviel Zeit musste sein.

Dienstag, 20.10. und Mittwoch 21.10.2015

Mein Hotel bei Tageslicht betrachtet. Ich bin zufrieden.🙂

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Mein Erkundungstag. Soll heißen, ich machte mich auf die Socken, um geeignete Aufbauplätze für die Fotoausrüstung zu finden. Da das Wetter nicht besonders gut war, konnte ich mich voll darauf konzentrieren. Zuerst sprach ich Einheimische an und die sagten übereinstimmend, dass ich bei der derzeitigen Wetterlage weiter nach Norden fahren müsste, also ins flache Land. Ich hatte mir Luosto ausgesucht, weil es hoch lag, in einem Wintersportgebiet und die Gegend sehr dünn besiedelt ist. Also, Griff ins Klo …

Hier ein paar Eindrücke vom Luostotunturi, einem etwas mehr als 500 m hohem Gebirgszug. Es ist ein beliebtes Wintersportgebiet.

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Weiterhin sagten mir alle, dass ich größere Chancen gehabt hätte, wenn ich so ab Ende November angereist wäre…. bin ich aber nicht….

Ein Drittes kommt noch hinzu. Es ist eine sehr waldreiche Gegend, d.h. alle Straßen verlaufen fast immer in einer Schneise und versperren so den ungehinderten Blick zum Himmel. Ich musste mir also Pätze suchen, die weitab von jeglicher „Lichtverschmutzung“, aber trotzdem gut zu erreichen waren. Bei der Fahrt von Rovaniemi nach Luosto am Montag hatte ich mehrfach sehr hellen, grünen Himmel gesehen. Das bedeutete, die Sonnenaktivität war wohl sehr hoch, aber leider war der Himmel komplett bedeckt

Nun ja, ich habe mir 5 Plätze gesucht, von ganz nah bei Luosto bis hin zu fast 200 km nach Norden im flachen Land. Jetzt schaue ich sehr oft auf den Wetterbericht und der sagt mir, dass ich wohl Freitag und Samstag recht gute Chancen haben könnte…. diese beiden Tage sind auch meine letzte Möglichkeit, da ich am Sonntag Abend schon alles verpackt haben muss.

Sollte es überhaupt nicht klappen, so wäre das auch kein Beinbruch. Ich genieße meinen Aufenthalt hier auf jeden Fall. Ich merke, wie meine Seele hier im Norden immer ruhiger wird – wenn ich denn überhaupt eine habe.

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Ich habe nicht in Erfahrung bringen können, warum hier die norwegische Flagge hängt. Es ist der Eingang zu einem Campingplatz.

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Heute habe ich 2 Herden Rentiere gesehen. Sie „grasten“ direkt an der Straße. Natürlich bin ich beide Male aus dem Auto und wollte Bilder aus relativer Nähe machen…. aber in beiden Fällen guckte mich der Leitbulle sehr merkwürdig an……… also machte ich ein paar Aufnahmen aus sicherer Entfernung. Nicht umsonst hab ich immer ein 200 mm Objektiv drauf. Ich bin dann doch lieber ein feiger Hund als ein toter Löwe….🙂

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Jetzt baue ich mal auf meinem Balkon auf und übe Nachtaufnahmen ….

Mittwoch 22.10. und Donnerstag 23.10.2015

Meine Nachtaufnahmen sind ganz gut geworden und so müsste es eigentlich mit dem Polarlicht klappen – wenn ich denn endlich eine Chance bekäme. Inzwischen reduziert es sich wettermäßig auf den Samstag und an diesem Tag sind sogar die Prognosen der Aurora-Forcast recht gut. Ich gebe die Hoffnung mal nicht auf, aber ich wäre doch ordentlich enttäuscht…..

Zum Tagesablauf:

Am späten Vormittag bin ich nach Sodankylä aufgebrochen. Dieses Städtchen sieht ganz interessant aus und hat sogar eine Art Ortskern. Hier steht auch eine der ältesten Holzkirchen in Finnland. Sie wurde 1689 erbaut und ist noch sehr gut erhalten. Sie steht auf einem alten Friedhof mit ebensolchen alten und „interessanten“ Gräbern.

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Anschließend war ich noch im Supermarkt und habe mich für den Abend eingedeckt.

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Zurück im Hotel habe ich zuerst die Bilder bearbeitet, dann etwas gegessen und bin danach runter in die Bar, um bei einem Bierchen den nächsten Tag zu planen.

Da ich mich grundsätzlich weigere, einen ganzen Tag im Hotel zu sitzen, suchte ich mir ein Ziel. Es sollte die Stadt Kittilä sein, ca. 100 km im Westen.

100 km sind sogar im Wettergeschehen eine gute Entfernung. So konnte ich mir auf der geplanten Tour wieder „Aufbauplätze“ zum Fotografieren suchen, wenn mir das Wetter dann endlich eine Chance bieten würde…

Donnerstag, 22.10.2015

Ich bin also nach Kittilä gefahren. Das waren ca 100 km Landstraße … teilweise ging die recht schmale Straße kilometerlang nur geradeaus. Mit dem Tempomat ließ es sich gut fahren und man ist beinahe wirklich alleine unterwegs. Trotzdem muss man höllisch aufpassen, denn es sind so einige Herden Rentiere unterwegs. Ich begreife jetzt, warum Einheimische starke Zusatzscheinwerfer montiert haben. Ich glaube, ich habe ca. 10 Mal bis zum Stillstand gebremst und dann gewartet, bis die Tiere die Straße verlassen hatten. Da die Straße, wie schon mal erwähnt, fast ausschließlich in einer Schneise verläuft, wurde hier auf beiden Seiten in einem breiten Streifen das ganze Gehölz weggemacht. So konnte man die Tiere rechtzeitig erkennen.

Blick nach vorne …

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Blick zurück …

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an einem ausgesuchten Aufbauplatz. Hier gab es verlassene, verfallene Hütten und Häuser …

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…und es gab diesen unheimlichen Weg …

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ich war das NICHT 😀

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In Kittilä angekommen, habe ich mir in einem Supermarkt etwas zum Essen gekauft und anschließend einen kleinen Rundgang durch die Stadt gemacht. Rundgang ist irgendwie das falsche Wort, da sich die Kleinstädte hier, ähnlich wie in den USA, rechts und links an einer breiten Straße entlangziehen. Ein „Zentrum“ gab es nicht.

Irgendwann hab ich mich auf den Rückweg gemacht. Das Wetter wurde schlechter und ich hatte wenig Lust, die gesamte Strecke in der Dämmerung oder gar in der Dunkelheit zu fahren.

Freitag, 23.10.2015

Die Vorhersage war schlecht und das Wetter hat sich zu 100 % daran gehalten. Ich saß im Nebel.

Gut, Luosto liegt relativ hoch in einem Wintersportgebiet und somit wohl häufig in Wolken. Allerdings waren die Berichte aus dem flacheren Land ringsum auch nicht viel besser. Himmel bedeckt mit Regen.

Ich bin trotzdem raus, ich musste raus, hatte ich doch heute ein Frühstück mit live Polkamusik zu ertragen und die gestern angereiste Touri-Gruppe grölte voll mit ………

ICH MAG DIESE MUSIK NICHT UND SCHON GAR NICHT BEIM FRÜHSTÜCK !!! 😦

Ich bin also raus in den Wald und hab ein paar Nebelbilder gemacht. Der Wald selbst war schon etwas „unheimlich“, aber ich mag das. 🙂

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stairway to heaven …

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hier gibt es noch richtigen Urwald

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Am frühen Nachmittag war ich zurück, etwas durchnässt, aber zufrieden. Dann hab ich einen kleinen Mittagsschlaf gemacht. Muss auch mal sein…..

Jetzt werde ich die Wetter- und Aurora-Vorhersagen nicht mehr aus den Augen lassen. Heute wird’s sicher nix, aber morgen ist die letzte Chance…..

Am Abend werde ich mich in die Bar setzen und einen kleinen Absacker trinken.

Samstag, 24.10.2015

Ich war eben noch mal in Sodankylä etwas einkaufen und hab dabei hauptsächlich ein Augenmerk auf die Wetterentwicklung gehabt. Auf der Fahrt bin ich beinahe in eine Herde Rentiere gefahren. Die Tiere kamen, entgegen ihrem sonstigen Verhalten, alle auf einmal aus dem Wald gestürmt. Zum Glück fahre ich hier ziemlich verhalten und so konnte ich noch rechtzeitig bremsen….

Gegen 19 Uhr bin ich dann los. Das Wetter sah endlich mal „gut“ aus, soll heißen, 4/8 bis 6/8 Bewölkung und strammer Wind. Das bedeutet, ich hab fast 50 % freien Blick auf die Sterne, was so ziemlich das Beste ist, das ich während der gesamten Woche hatte. Da war der Himmel nämlich permanent bedeckt…

Platz 1

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Ich bin also mal zum Aufbauplatz 1 gefahren. Der war nur ca. 10 km vom Hotel weg und lag an einer sehr wenig befahrenen Straße. Es gab (ausnahmsweise) keinen Wald und der Blick nach Norden war frei. Da es hier weit und breit keine künstliche Beleuchtung gab, war es, im Gegensatz zu Tromsø, richtig dunkel und beinahe unheimlich still. Der Mond, inzwischen fast ¾ voll, stand hinter mir und störte mich also kaum. Es war dunstig, aber ich konnte trotzdem Sterne sehen. Ich baute alles auf und wartete….

Nach ungefähr einer Stunde, es war bisher kein Polarlicht zu sehen, nicht mal andeutungsweise, zog es langsam zu. Es kam richtiger Nebel auf. Das wunderte mich nicht, hatte es doch in den vergangenen Tagen richtig viel geregnet und da ich mich in einen großen Waldgebiet befand, war die Luftfeuchtigkeit immer weit über 90%.

Ich baute meinen Kram ab und bin zum Platz 2 gefahren, etwa 30 km weiter nördlich an einem See.

Hier waren die Bedingungen noch ganz gut, und wenn ich hier Glück hatte, dann würde sich das Polarlicht im Wasser spiegeln und ich hätte vielleicht richtig tolle Bilder….ja wenn …

Ich kann es hier abkürzen. Es gab kein Polarlicht und außerdem kamen nach ca. 2 Stunden Wolken auf und das Wetter wurde schlechter. Drei Bilder habe ich dann doch gemacht und sie sind ganz gut geworden.

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Ich habe abgebaut und bin dann zurück ins Hotel.

Eine Woche Nord-Finnland und kein Polarlicht. Das hatte ich mir anders erhofft. Ganz umsonst war die Reise nicht, denn ich habe die Gegend schon ziemlich gut erkundet. Trotzdem bin ich natürlich enttäuscht.

Sonntag, 25.10.2015

Diese bescheuerte Zeitumstellung…. Es wird wieder lange dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe.

Heute ist „skandinavisches Wetter“, nasskalt und ziemlich stürmisch. Ich freue mich aufs Frühstücksbuffet. Es ist sehr reichhaltig und „finnisch komisch“… ich hab mich schon ganz gut durchprobiert, aber viele Sachen sind nicht wirklich mein Ding.

Seit Freitag gibt’s morgens live-Musik und Witze-Erzähler…. ich mag weder die Musik noch kann ich über diese Witze lachen…. ich verstehe sie ja nicht ^^   nach der zweiten Tasse Kaffee kann ich es aber aushalten.

Anschließend ging es in den Pool. Wellness war im Preis inbegriffen….

Eine Woche Nord-Finnland und ich habe kein Polarlicht gesehen….. das hatte ich mir dann doch anders vorgestellt. Es ist nicht zu ändern. Trotzdem hat es mir hier gut gefallen. Ich mag diese Landschaft und diese Menschen mit ihrer speziellen Mentalität. Mal sehen, vielleicht plane ich eine dritte Reise. Es hängt natürlich von den Finanzen ab …

Eben hab ich meine Bording-Pässe für die beiden Flüge drucken lassen. Jetzt beginne ich den Koffer zu packen, also zuerst die Fotoausrüstung. Der Rest ist fast egal….^^

Montag, 26.10.2015

Hatte mir den Wecker auf 6 Uhr (!!!) gestellt…. Ich hetze nicht gerne, morgens schon gar nicht. Also, alles cool. Kurz nach 7 war ich beim Frühstück. Erster !!!😀

Hab ausgiebig gefrühstückt. Es sollte ja lange halten ^^

Um 8 Uhr bin ich dann losgefahren. Parkplatz und Straßen waren hier oben vereist und es herrschte dichter Nebel. Das gefiel mir nicht wirklich, denn ich hatte inzwischen einen gehörigen Respekt vor den Rentierherden. Im Nebel sieht man sie fast überhaupt nicht…. Naja, ich hatte 2 Stunden Zeit für ca. 120 km. Das müsste eigentlich reichen. Ich musste das Auto bis 10 Uhr zurückgeben.

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hier bin ich oft rechts abgebogen. Jetzt geht es nach links

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Auf den ersten 15 km hatte ich dann auch Begegnungen mit 3 Herden und später auf der Hauptstraße dann noch eine. „Unten“ war das Wetter auch viel besser. Es gab nur noch Dunst und man konnte den blauen Himmel sehen ………. am Abreisetag. Ich überlegte mir, ob ich jetzt beleidigt sein soll…. ich war es nicht. Am Wetter konnte ich nichts ändern und zudem hatte ich diese Reise schon vor Monaten gebucht. Es war halt so und gut.

Ein toller Sonnenaufgang entspannte mich dann noch mehr und so verlief die Fahrt nach Rovaniemi zum Flughafen ohne Zwischenfälle.

Nachdem ich das Auto abgegeben hatte, war noch viel Zeit bis zum Abflug. Das Gebäude hier ist nicht viel größer als der Koblenzer Bahnhof. ^^ Alles war sehr übersichtlich. Der Flugplatz wurde auch militärisch genutzt und so konnte ich mir einige Starts von F-18 Jets beobachten.

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laiska jää karhu😀

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Wir sind pünktlich abgeflogen. Das Wetter war ruhig und sonnig…. Ich hatte meinen Fensterplatz und alles war gut.

In Helsinki hatte ich dann nochmal 1,5 Stunden Aufenthalt. Nach einer Woche nordischer „Einsamkeit“ machte mich diese Menschenmenge hier schon etwas nervös….

Mit einem A319 ging es dann Richtung Frankfurt. Beim Losrollen stieg gerade der Vollmond hinter dem Hauptgebäude des Flughafens hoch. War ein tolles Bild. Leider war meine Handy-Cam hoffnungslos überfordert….

Auf Reiseflughöhe hatte ich dann ungefähr eine Stunde einen feuerroten Sonnenuntergangshimmel. Ein schöner Anblick. Und dann wurden wir von einem „Vierstrahler“ überholt, der nicht wirklich weit von uns weg war, seitlich versetzt und unwesentlich höher. Sah gut aus …..

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Im Anflug auf Frankfurt habe ich dann noch Würzburg erkannt.

Zu erwähnen wäre noch, dass ich für die letzten 100 km der Reise mit der Bahn fast genauso lange gebraucht habe, wie von Helsinki nach Frankfurt…. ^^ nun ja, ich hatte mir das billigste Ticket gekauft, knapp 28 €. Für 20 € mehr wäre ich vielleicht ne halbe Stunde schneller gewesen. Dafür war ich dann doch zu geizig!

Fazit: Ich habe kein Polarlicht gesehen…..ich gebe zu, ich plane schon wieder, aber für 2016.😀

Im Dezember geht’s erst mal endlich wieder ein paar Tage nach Berlin. 😀

 

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Vernünftig sein ?

… nein danke. Dafür bin ich dann doch zu alt.

Und genau aus diesem Grund bin ich mal (wieder) richtig unvernünftig geworden. Aber der Reihe nach…:

Eigentlich hatte ich noch eine dritte Reise in diesem Jahr geplant – nach New York. Ich muss da dringend hin ^^   also habe ich gezielt dafür gespart.

Zur Erinnerung, die erste Reise war im März und ging nach Tromsø. Dort hatte ich ja Bilder vom Polarlicht gemacht, und weil ich so extrem fasziniert war, und weil die Bilder nicht so geworden waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte, hab ich sofort eine Reise nach Nord-Finnland gebucht, um es dort noch einmal zu versuchen.

Jetzt im Sommer sollte es dann noch NYC sein. Aber es kam gaaanz anders und zwar ….

Ich saß mit meinem Lieblings-Nachbarn in dessen Garten und wir tranken ein Bier. Mein Blick fiel auf das Motorrad seines Sohnes, das seit ca. 2 Jahren unter eine Plane in einer Ecke stand. Da kamen Erinnerungen in mir hoch….

meine Yamaha XJ 650, Bj 1984. Ich hatte sie leider nur 3 Jahre.

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Wir unterhielten uns eine Weile und irgendwann dann machte ich den entscheidenden Fehler. Ich ging zur Plane und schaute darunter. Mein Nachbar hob die Plane ganz weg und ich setzte mich auf die Maschine ………………………………. das wars dann. Ich war infiziert und ab diesem Augenblick war ein Gedanke in meinem Kopf verankert: „wie komme ich ganz schnell an dieses Motorrad?“

Ich will es etwas abkürzen. Natürlich hätte ich sie sofort haben können, aber ohne einen technischen Durchblick und ohne die Zustimmung seines Sohnes ging hier nichts.

Mein Werkstattmeister, der selbst Motorrad fährt, schaute sich diese Maschine an und ……. Er riet mir dringendst ab. Erstens wäre sie zu „giftig“ für mich gewesen und zweitens müsste man sie mit hohen Kosten wieder fahrbereit machen.

Peng!

Aber natürlich hatte er Recht. Ich war ein blutiger Anfänger und eine Yamaha Fazer mit knapp 100 PS wäre sicher nicht das richtige Motorrad für mich.

Aber ich wollte jetzt. Deshalb machte ich mich auf die Suche und nach relativ kurzer Zeit hatte ich die passende Maschine gefunden. 10 Jahre alt und gerade mal 10200 km. Ich vereinbarte eine Besichtigung und musste dann 600 km mit dem Auto ins Schwäbische fahren. Das Motorrad stand in Ravensburg. Egal. Ich bin hin, hab sie mir kurz angesehen, mich auch draufgesetzt, aber nicht gefahren, trotzdem sofort gekauft…….

14 Tage später bin ich dann mit dem Zug hin. Ich war einen Tag vorher dort und hatte einen tollen, entspannten Abend voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Ich hatte in den 14 Tagen die Maschine umgemeldet und der Vorbesitzer hatte sich um eine erforderliche Hauptuntersuchung gekümmert. Alles war gut.

In einer Garage zog ich meine neue Kombi an, die ich zuvor schon als Paket nach Ravensburg geschickt hatte. Dann ging das Abenteuer los. Ich bin zuerst eine halbe Stunde durch die Gegend gefahren, um mich mit der Maschine etwas anzufreunden. Dann hab ich vollgetankt und dann wurde es ernst. Es ging auf die Bundesstraße nach Ulm. Das waren ca. 80 km und dann auf die Autobahn über Stuttgart und Karlsruhe nach Hause. Insgesamt waren es eben 600 km Probe- und Einweisungsfahrt. Es war toll. Die Maschine verhält sich super neutral und ich fühlte mich von der ersten Minute an wohl.

Darf ich jetzt vorstellen? Meine Honda CBF 600 PC 38, 78 PS, Bj 2005

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Inzwischen fahre ich mit ständig wachsender Begeisterung. Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht.

🙂

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kiek ma …….

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Berlin – es ist schon wieder so lange her … 4 Wochen, genauer vom 20. Bis 24. April und davor war ich im Dezember 2013 dort, also ein riesengroßer Zeitraum, viel zu groß…😦

Aber das Jahr 2014 war auch nicht so ganz ohne, ist viel passiert und so gesehen muss ich das für mich als Entschuldigung akzeptieren.

Den Jahreswechsel 2013/2014 hatte ich in der Reha verschlafen und nach der Entlassung fing ich sofort mit der Jahresplanung an. Dabei war Berlin ein „Muss“ und noch im Januar buchte ich mein Hotel und kaufte zwei preisgünstige 29 € Bahn-Tickets – ohne zu ahnen, dass ich genau die Streikwoche der GDL erwischen würde…^^   Ich hatte Glück. Der Streik begann nach meiner Ankunft in Berlin und endete am Morgen meiner Heimfahrt. Die Züge waren voll, fuhren aber ungewohnt pünktlich. Also, alles gut…🙂

Meine Vorhaben in Berlin musste ich aber etwas umplanen, da die S-Bahn auch bestreikt wurde. Einige Dinge fielen dadurch eben aus, aber in dieser Stadt gibt es genügend Alternativen. Allerdings musste ich die Fortsetzung meiner Tour „ auf den Spuren des Eisernen Vorhangs“ von meiner Liste streichen. Das war ohne S-Bahn einfach nicht zu machen.

Aber ich habe einen ganz „schrecklich lieben“ Menschen getroffen und wir hatten eine tolle Zeit, inclusive Sonnenuntergang auf der Dachterrasse meines Hotels, den wir dort stilecht mit einem Glas Sekt genossen haben.

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Eine kleine Fotoreportage „Berlin – mobil auf Schienen“ konnte ich endlich fertigstellen. Ein guter Freund nannte sie „urbane Romantik“.

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Es folgen Bilder von meinen Streifzügen durch die Stadt mit teilweisen ungewöhnlichen Perspektiven und meinen oft ganz speziellen Sichtweisen von „Motiven“ …

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